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Wie kann man moderne Kunst wirklich verstehen? Zunächst einmal braucht es, um Kunst, die sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließen mag, zu verstehen, ein großes Interesse daran. Das mag sich selbstverständlich anhören, doch jemand, der mit Kunst so gar nichts anfangen kann, wird dieses Interesse natürlich auch nicht aufbringen und die Schönheit der Kunstwerke wird ihm oder ihr verschlossen bleiben.
Die Gründe, warum man sich mit Kunst beschäftigen muss, obwohl man das eigentlich selbst nicht wirklich möchte, sind zahlreich. Möglicherweise hat der Partner oder die Partnerin Interesse am Thema zeitgenössische Malerei und man möchte dieses Interesse eben teilen. Es kann natürlich auch sein, dass man moderne Kunst als wichtigen Bestandteil, um das eigene Allgemeinwissen abzurunden, ansieht, damit man auf Partys oder in anderen Gesprächen mitreden kann. Die Liste der Gründe lässt sich beliebig fortsetzen.
Wer also in der Position ist, dass er oder sie sich mit dem Thema moderne Kunst auseinandersetzen muss, sollte wenigstens versuchen, unvoreingenommen an die Sache heranzugehen. Das Beste ist es, nicht allzu viel zu denken, sondern eher zu fühlen bzw. die Kunst eben mit den Sinnen aufzunehmen. Das Anfassen der Objekte wird wohl nicht möglich sein und man sollte es auch unterlassen, solange man nicht explizit dazu eingeladen wird. Zu Riechen oder Schmecken gibt es nur gelegentlich etwas.
In vielen Fällen ist es das Auge, das direkt angesprochen wird und zwar durch die Farben, durch das Format, die dargestellten Formen sowie die Struktur des Bildes oder Objektes. Das Ohr wird natürlich auch angesprochen. Ein Bild hängt ja nicht im luftleeren Raum. Meist befinden sich an dem Ort, an dem das Bild oder Objekt ausgestellt wird, auch andere Menschen. Der Ort, vielleicht ein Saal oder sogar ein Museum, kann für sich genommen schon interessante Details beinhalten, aber was noch wichtiger ist, an diesem Ort befinden sich andere Menschen.
Wem also der unmittelbare Zugang zum jeweiligen Bild oder der jeweiligen Ausstellung zum Thema moderne Kunst verschlossen bleibt, kann sich für einen Umweg entscheiden. Man lauscht – natürlich unauffällig - den Gesprächen der anderen Kunstbetrachter und beobachtet deren Reaktionen auf das Bild oder die Ausstellung. Vielleicht ist auch der Künstler persönlich vor Ort, der Betrachter kann das Gespräch suchen und so einen Zugang zum Werk bekommen. Jemanden zu fragen, der sich damit auskennt, ist immer eine gute Idee. So erhält man Erklärungen und Einblicke, die das Verstehen wesentlich erleichtern.
Die moderne Kunst ist generell viel mehr als bloßes Ansehen von Bildern. Netzwerken, Kontakte knüpfen, sehen und gesehen werden, das sind Faktoren, die beim Thema moderne Kunst ebenfalls eine Rolle spielen. Wenn der künftige Kunstinteressierte offen und ohne ablehnende Vorbehalte an die moderne Kunst herangeht, so findet er sicherlich wenigstens einen Aspekt, dem er subjektiv etwas abgewinnen kann. Und wer weiß, vielleicht ist dieser eine Aspekt dann der Faden, der den Knoten löst. Möglicherweise erschließt sich einem damit dann eine komplett neue Welt, in der man nach und nach moderne Kunst begreifen und erfassen kann und vielleicht einen Gewinn für sich daraus ziehen vermag.
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